Schritt für Schritt: WireGuard-VPN zur FRITZ!Box unter Linux Mint einrichten
Wer unterwegs ist – ob im Café, im Zug-WLAN oder auf Reisen –, möchte oft sicher ins Internet oder auf Daten im heimischen Netzwerk zugreifen. AVM hat WireGuard ab FRITZ!OS 7.50 fest integriert. Da WireGuard direkt als Kernel-Modul in modernen Linux-Distributionen arbeitet, ist die Verbindung schlanker, stabiler und merklich schneller als ältere IPsec- oder OpenVPN-Lösungen.
In dieser Anleitung zeigen wir, wie Sie die FRITZ!Box vorbereiten und die Verbindung unter Linux Mint sauber in den NetworkManager einbinden.
1. Voraussetzungen
Eine AVM FRITZ!Box mit mindestens FRITZ!OS 7.50
Ein aktiver MyFRITZ!-Dienst oder ein eigener DynDNS-Name auf der Box
Ein Rechner mit Linux Mint (Kernel 5.6+ bringt WireGuard bereits mit)
2. WireGuard-Profil in der FRITZ!Box anlegen
Öffnen Sie die Benutzeroberfläche der FRITZ!Box im Browser (
[http://fritz.box](http://fritz.box)).Navigieren Sie zu Internet → Freigaben → Reiter VPN (WireGuard).
Klicken Sie auf Verbindung hinzufügen.
Wählen Sie Vereinfachte Einrichtung („Ein einzelnes Gerät verbinden“) und bestätigen Sie mit Weiter.
Vergeben Sie einen prägnanten Gerätenamen (z. B.
Mint-Laptop).Bestätigen Sie die Einrichtung an der FRITZ!Box (per Tastendruck am Gerät oder Bestätigung über ein angemeldetes FRITZ!Fon).
Laden Sie im letzten Fenster die Konfigurationsdatei über Einstellungen herunterladen herunter (z. B.
wg_config.conf).
Tipp zum Datenverkehr: Öffnen Sie die heruntergeladene
.conf-Datei kurz mit einem Texteditor.
Steht bei
AllowedIPs = 192.168.178.0/24, läuft nur der Datenverkehr für Ihr Heimnetz über das VPN (Split-Tunneling).Möchten Sie unterwegs den gesamten Internetverkehr über den heimischen Router absichern, tragen Sie stattdessen
AllowedIPs = 0.0.0.0/0, ::/0ein.
3. Konfiguration in Linux Mint importieren
Der Import gelingt am schnellsten über das Terminal direkt in den NetworkManager.
Öffnen Sie das Terminal (Strg + Alt + T), wechseln Sie in den Download-Ordner und importieren Sie das Profil:
cd ~/Downloads
sudo nmcli connection import type wireguard file wg_config.conf
(Ersetzen Sie wg_config.conf durch den tatsächlichen Dateinamen der Box.)
Alternative über die grafische Oberfläche (GUI):
Unten rechts auf das Netzwerk-/WLAN-Symbol klicken → Netzwerk-Verbindungen.
Auf das
+(Plus-Symbol) unten links klicken.Ganz nach unten scrollen, Aus Datei importieren… wählen und auf Erstellen… klicken.
Die
.conf-Datei auswählen und speichern.
4. Verbindung herstellen und testen
Sobald das Profil importiert ist, lässt sich der Tunnel direkt steuern.
Per Mausklick: Auf das Netzwerksymbol in der Leiste klicken, den Eintrag VPN-Verbindungen aufklappen und den Schalter neben der neuen Verbindung umlegen.
Per Terminal:
Bashnmcli connection up wg_config
Status und Handshake prüfen
Um zu verifizieren, ob echte Daten fließen, hilft das WireGuard-eigene Tool:
sudo wg show
Achten Sie auf die Zeile latest handshake. Zeigt diese einen Wert von wenigen Sekunden, steht die verschlüsselte Verbindung zur heimischen FRITZ!Box. Nun sind lokale Adressen (z. B. 192.168.178.1) oder SMB-Freigaben und Netzwerkspeicher aus der Ferne erreichbar.
Fazit
Mit wenigen Klicks in der FRITZ!Box und einem einfachen Terminal-Befehl ist WireGuard unter Linux Mint eingerichtet. Die Integration in den NetworkManager sorgt dafür, dass keine zusätzlichen Drittanbieter-Clients nötig sind und die Verbindung bequem über das Panel gesteuert werden kann.
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